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CINA (1982)

für Vokaltrio (Bass, Tenor, Mezzosopran) und Schlaginstrumente

CINA hat seinen Ursprung in einer rituellen Erfahrung, ist aber keineswegs eine Imitation, sondern der Versuch, Erfahrungen anzuregen (bzw. eine Situation zu schaffen), die einem rituellen Vorgang oder Zustand entsprechen und zugleich eine dezidierte Aktualität beinhalten.

 

Dieser Absicht entspricht ein auf wenige kleingliedrige Elemente reduzierter Vokalsstil mit zahlreichen Wiederholungen, wobei es jedoch innerhalb des scheinbar Gleichen zu ständigen Nuancenverschiebungen kommt.

Es gibt weiterhin keinen gestalteten Text. Die Sprache wird auf ein musikalisch behandeltes Konglomerat bestimmter elementarer Laute reduziert. Dazu treten drei einfache, von den Sängern und der Sängerin bediente, Schlaginstrumente. Die Verbindung des Elementaren mit dem Geheimnisvollen, des Alltäglichen mit dem "Fremden", des Repetitiven mit dem sich ständig Verwandelnden ist unter anderem Zeichen des Rituellen. In diese Erfahrungswelt sollen Hörerin oder Hörer unter Betonung des jeweiligen individuellen Erlebens mit hineingezogen werden, da ich der Überzeugung bin, dass eine aktive rituelle Erfahrung im weitesten Sinne auch in einer modernen Industriegesellschaft noch eine Bedeutung haben sollte. Dabei geht es nicht um eine modische Form von Realitätsflucht, sondern im Gegenteil um eine spezielle Art von Bewusstheit, die letztlich eher zur besseren Gegenwartsbewältigung beitragen könnte.

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