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1st Zeitgenössisches Musikfestival Kuala Lumpur

27. - 29. November 2009

Vom 27. bis 29.November 2009 fand das erste zeitgenössische Musikfestival in Kuala Lumpur statt, das von der Organisation "Malaysian Composers" und dem Goethe Institut organisiert worden war. Parallel dazu hatte man einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. Als "Ensemble in Residence" waren 7 Musikerinnen und Musiker des Berliner "Ensemble Mosaik" anwesend.

Auch wenn der Schwerpunkt der Werke auf der Basis der internationalen zeitgenössischen Musikentwicklung gelegen hatte, konnte man doch in den meisten Werken der arrivierten Komponisten aus Malaysia, Indonesien, Thailand und Philippinen einen eigenständigen und lokal geprägten Weg erkennen. Für weitere Veranstaltungen in den nächsten Jahren ist ein verstärkter Rückgriff auf neue Tendenzen, die sich aus eigenen Musikkulturen entwickelt haben, geplant.

Bei den Kompositionen der jungen Komponisten konnte man gute Ansätze konstatieren. Allerdings war bei zahlreichen Stücken die Problematik der Notenschreib-Software deutlich erkennbar. Andererseits ist der Mangel an Instrumentalisten, die neue Musik spielen können/wollen, ein zentrales Problem für junge KomponistenInnen, wenn sie praktische Erfahrungen sammeln wollen. In den Workshops mit dem "Ensemble Mosaik" und den ausgewählten neun Finalisten des Wettbewerbs (jeden Vormittag) wurden diese Fragen ausführlich diskutiert. Auch bei einem Planungsgespräch von Leitern des Goethe Instituts mit Vertretern des Ensembles Mosaik und mir wurde das Problem ausführlich diskutiert.

An zwei Nachmittagen wurden in Seminarveranstaltungen spannende Vorträge gehalten, die rege Diskussionen auslösten. Aus Deutschland war auch Moritz Eggert anwesend, der neben einem leidenschaftlichen Vortrag auch als Pianist und Komponist spektakulär in Erscheinung trat.

Ähnlich spannend waren die abendlichen Konzerte, so dass man erst weit nach Mitternacht das eigene Bett wieder begrüßen konnte.

Sieger des Kompositionswettbewerbs wurde der Philippine Juro K. Feliz, ein Schüler von Jonas Baes. Die klare Musiksprache und das ebenso klare Konzept überzeugten die Jury. Diese hatte in einer ersten Auswahl 9 Finalisten bestimmt.

An dieser Stelle muss den Hauptorganisatoren Kee Yong Chong, Yi Kah Hoe und CH Loh ein großer Dank ausgesprochen werden. Auch die Mitarbeiter Ching und David trugen Wesentliches zu einer perfekten Organisation und einer wirklich bereichernden Atmosphäre bei, die natürlich auch Volker Wolf mit seiner Mannschaft des lokalen Goethe Instituts ermöglicht hatten. 

Aber auch die kongenialen Musikerinnen und Musiker des "Ensemble Mosaik" müssen hervorgehoben werden, die mit unglaublicher Energie und Konzentration zu jedem Zeitpunkt und für alle Fragen zur Verfügung standen, obwohl sie ca. 30 Werke aufführen mussten. Die Aufführungen waren selbstverständlich ebenfalls auf höchstem Niveau.

Für die Zukunft sollte man neben der Einbeziehung der jeweils lokalen Musikentwicklungen auch ein wenig an die Qualität der Instrumente vor Ort denken. Hier gab es einige Schwachpunkte, die man aber weniger den Veranstaltern anlasten kann, sondern der unkooperativen Haltung lokaler Institutionen wie z. B. das Philharmonische Orchester Malaysias.

Die zahlreichen Emails nach dem Festival bestätigten, dass die Veranstaltung für alle etwas Besonderes war.

 

 

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